“Polizei tötet“

Bochum | Ausstellung
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Ab Donnerstag, dem 19.01 bis zum 29.01 zeigen Bochumer Antifaschist*innen der Gruppe non a parole in enger Zusammenarbeit mit der neugegründeten Kampagne Tode bei Polizeieinsätzen aufklären (topa) im Atelier Automatique (Rottstraße 14, 44793 Bochum) eine Schaufensterausstellung unter dem Motto “Polizei tötet.“ Durch verschiedene Plakate werden die Besucher*innen über 30 Todesfälle informiert, die deutschlandweit im Jahr 2022 im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen passierten. Die Initiative topa und non a parole veröffentlichten diese Zahl bereits gestern in einem Beitrag, der alle Todesfälle und die bisher bekannte Informationslage auflistet. Da es keine öffentliche Liste vonseiten der Polizei zu Todesfällen im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen gibt, sind diese Rechercheergebnisse ein Versuch, um die Informationslücke zu schließen und werden auch vor Ort in der Rottstraße lesbar sein. Daneben werden auch Plakate und Rechercheergebnisse der Initiative Solidaritätskreis Mouhamed, die sich für die Aufklärung der Tötung des 16-jährigen Mouhamed Lamine Dramé durch die Polizei Dortmund einsetzt, ausgestellt.

„Der Impuls für diese Ausstellung kam durch den Eindruck, dass im letzten Jahr gerade in NRW viele Todesfälle bekannt wurden, die mit Polizeieinsätzen zusammenhingen. Und tatsächlich verstarben zehn der 30 Menschen allein in NRW. Phrasenhafte Formulierungen wie ´das Opfer befand sich in einer psychischen Ausnahmesituation´, die nach vielen tödlichen Einsätzen von den polizeilichen Pressestellen vorgebracht werden, lassen viele Fragen offen. Jegliche Mitschuld von beteiligten Polizist*innen wird schnell von sich gewiesen und alle Einsätze vor der Öffentlichkeit gerechtfertigt. Die schockierende Zahl von 30 Toten im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen ist für uns ein klares Zeichen eines strukturellen Problems in der Polizeiarbeit.“ so Laura Becker, Pressesprecherin von topa: „In unserer Recherche sind wir dabei vermehrt auf bekannte Diskriminierungsmuster wie Rassismus oder Benachteiligung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sowie wohnungslosen Menschen gestoßen. Die staatlichen Akteure müssen ihre Verantwortung anerkennen und Taten stoppen. Todesfälle bei Polizeieinsätzen müssen, in einer demokratischen und kritischen Gesellschaft, endlich unabhängig und konsequent aufgeklärt werden!“

Die meisten dieser 30 tödlichen Polizeieinsätze sind weder aufgeklärt noch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und die Mehrheit der Vorgänge bleiben ohne Konsequenzen für die Beamt*innen. Um dem entgegenzutreten, bietet die Schaufensterausstellung ab dem 19.01 um 16 Uhr die Möglichkeit, sich über diese Todesfälle zu informieren und um gleichzeitig für tödliche Polizeigewalt zu sensibilisieren.
Die Initiativen fordern dazu auf, Kontakt mit Ihnen aufzunehmen wenn der Wunsch besteht, weitere Hinweise zu verstorbenen Personen, Gedenkarbeit oder Todesfällen öffentlich zu teilen.

atelier automatique

atelier automatique
Rottstraße 14
44793 Bochum

Das atelier automatique auf der Rottstraße ist ein Ort, an dem Kultur geschaffen, gezeigt und diskutiert wird. Seit Januar 2017 arbeiten hier elf KünstlerInnen verschiedenster Kunstsparten Hand in Hand.

Das Atelier wurde von mehreren Künstler*innen aus Bochum gegründet und wird von dem Verein Gemeinschaft zur Förderung und Vernetzung der freien Künste Bochums e.V. finanziert. Wir wollten einen neuen Ort schaffen, an dem sowohl wir als auch andere Künstler*innen und Kreative aus den verschiedensten Sparten die Möglichkeit haben, mal allein, mal gemeinsam zu arbeiten, sich zu vernetzen, sich gegenseitig neue Impulse zu geben, miteinander und mit ihrem Umfeld in den Dialog zu treten.

Zusätzlich finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte, Perfomances, Austellungen, Flohmärkte, Workshops und Diskussionen statt.

Euch interessiert, was wir machen? Ihr möchtet das atelier automatique für euer künstlerisches Schaffen nutzen? Kommt vorbei, lernt uns kennen!





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